Freitag, 14. November 2008

03...
...das Laternenlicht glänzt auf der seidenmatten Oberfläche der Handschuhe. Vereinzelte Regentropfen brechen die durchgehende Reflektion. Es ist kalt geworden - Spätherbst -, aber das mag er. Genauso wie den sauberen, würzigen Luftzug, der sich, ganz ohne durch tausende von Lungen gewandert zu sein, seinen Weg an den Häuserfronten emporschlängelt. Tief bläst er seine Lungeflügel damit auf. Nur er darf das. Die Nacht gehört ihm und er gehört ihr. Er ist ihr Auge, sie sein Mantel. Der Regen wird heftiger, heute scheint sie ihn nicht zu mögen. Eigentlich liebt er den Regen, wenn er übehaupt etwas liebt. Doch heute ist er auf der Jagd und jagen ohne Gehör macht ihn krank.
Fluchend spuckt er in die Regenrinne und verschwindet im Schatten. Klicken eines Feuerzeugs. Aufglimmen einer Zigarette. Doch der kurze Lichtimpuls verliert sich im Dunkel. Kein Gesicht, nicht einmal eine Kontur wird sichtbar. Die Nacht ist seine Komplizin, sie schützt ihn gut...

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